Am Mittwoch, 4. Juni 2025, fand in der Kirche in Frankfurt-Höchst ein besonderer Gottesdienst statt, den Bezirksapostelhelfer Mandla Patrick Mkhwanazi leitete. Zu diesem besonderen Ereignis waren auch die Kirchengemeinden Kelkheim, Kronberg und Schwalbach eingeladen.
Der Anlass für diesen Gottesdienst war die Bezirksapostelversammlung, die vom 5. bis 8. Juni 2025 in Mainz stattfand. Zu dieser Versammlung kamen dreizehn Bezirksapostel und neun Bezirksapostelhelfer aus der ganzen Welt zusammen. An diesem Mittwochabend feierten sie in 22 Gemeinden der Arbeitsbereiche von Apostel Gerd Kisselbach und Apostel Gert Opdenplatz Gottesdienste.
Einstieg in den Gottesdienst
Vor dem Gottesdienst begrüßten die Kinder des Bezirks Frankfurt in einem Film die internationalen Kirchenleiter und alle Teilnehmer des Gottesdienstes mit dem rhythmischen Lied „Sing and Pray“. Die Grundlage des Abendgottesdienstes war das Bibelwort aus dem Galaterbrief 3, 27-28: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“
Bezirksapostelhelfer Mkhwanazi verdeutlichte, dass Gott keinen Unterschied zwischen seinen Kindern macht und sie alle gleichermaßen liebt. Durch Jesus sei eine Gemeinschaft entstanden, in der alle Gläubigen eins sind. Der Bezirksapostelhelfer erinnerte an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (vgl. Matthäus 20,1-16). Der Weinbergbesitzer engagierte Arbeiter zu verschiedenen Zeiten des Tages, doch am Ende bezahlte er allen den gleichen Lohn. Damit zeigte Jesus, dass Gottes Liebe und Gnade allen Menschen gleichermaßen gilt, unabhängig davon, wann sie zu ihm kommen oder wie lange sie schon an ihn glauben. Gott bevorzuge niemanden aufgrund seiner Lebensumstände oder des Zeitpunktes im Glauben, sondern halte für alle das gleiche Erbe bereit: die ewige Gemeinschaft mit ihm.
Ewige Gemeinschaft mit Gott
Um die ewige Gemeinschaft mit Gott zu erreichen, nannte der Bezirksapostelhelfer vier zentrale Punkte:
1. Christus anziehen: Es sei wichtig, so zu sein, wie Jesus war. Dazu gehöre, einmal darüber nachzudenken, wie man über das Evangelium spreche. Denn Jesus verkündete das Evangelium, was bedeutet, dass er die Botschaft von Gottes Liebe, Gnade und dem Reich Gottes verbreitete. Er lehrte, dass man den Nächsten lieben soll, und forderte auf, sich zu bemühen, Friedensschaffende zu sein.
2. Gottes Hilfe: Bei dem Sakrament der Heiligen Versiegelung hat der Gläubige die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Jesus gab sein Leben für die Menschen, sodass auch heute in jedem Gottesdienst das Heilige Abendmahl gefeiert werden kann. Ebenfalls ein Sakrament. Sakramente seien Geschenke, die dem Gläubigen Kraft verleihen für die Gestaltung des Lebens mit Jesus.
Die Freude darüber dürfe mit den Nachbarn geteilt werden. Freude sei infektiös, so der Bezirksapostelhelfer. Im Gleichnis vom äthiopischen Kämmerer (vgl. Apostelgeschichte 8,26–40) erklärt Philippus dem Kämmerer zunächst das Evangelium und tauft ihn dann auf seinen Wunsch hin. Voller Freude zieht der Kämmerer anschließend weiter auf seinen Wegen.
3. Gerechtigkeit Gottes: Trotz unterschiedlicher Lebensumstände begegnet Gott allen Menschen mit der gleichen Liebe. Seine Gerechtigkeit zeige sich darin, dass er niemanden aufgrund seiner Situation bevorzuge oder benachteilige.
4. Überwinden des Trennenden: Gott möchte, dass die Menschen in Christus eins sind. Dazu müsse nicht die eigene Individualität aufgegeben werden. Vielmehr ruft er dazu auf, das Trennende zu überwinden, indem man den anderen so annimmt, wie Jesus jeden Einzelnen annimmt.
Die Aufgabe des Gläubigen bestehe darin, Jesus zu dienen, ihm nachzufolgen und den Glauben aktiv zu leben und zu praktizieren. Auf diese Weise fördere man die Einheit in Christus.
Predigtbeitrag des Gemeindevorstehers
Priester Michael Bischoff, Gemeindevorsteher von Frankfurt-Höchst, wurde zu einem Predigtbeitrag aufgerufen. Er berichtete über die Freude, die am vergangenen Sonntag während der Heiligen Wassertaufe zweier Kinder spürbar war. Er stellte die Frage, ob man sich noch über die Sakramente der eigenen Taufe und der Begegnung mit Gott im Heiligen Abendmahl freue.
Priester Bischoff bezog sich auf das Gleichnis vom Weinberg, in dem alle Arbeiter den gleichen Lohn erhielten. Daraus könne man vielleicht leicht den Gedanken ableiten, dass nur der Glaube an Jesus notwendig und keine weiteren Taten notwendig seien, da man eh den gleichen Lohn bekomme. Das stimmt jedoch nicht. Paulus sagte: „Ein Glaube ohne Werke ist ein toter Glaube“ (vgl. Jakobus 2,26). Für den Gläubigen ist es wichtig, aus dem Glauben heraus Gutes zu tun. Das Jahresmotto „Es ist Zeit, Gutes zu tun!“ soll nicht als Pflicht verstanden werden, etwas zu tun, weil es das Motto ist, sondern Ausdruck lebendigen Glaubens sein.
Der Priester betonte, dass es die Aufgabe aller Gläubigen sei, das Evangelium weiterzutragen. Wenn Unsicherheit besteht, wie das gelingen kann, empfahl er, es so zu tun, wie es im Lied des Chores angedeutet wurde: einfach auf die Stimme Gottes zu hören oder auf die Regung des Heiligen Geistes zu warten.
Gemeinschaft erleben
Mit der Feier des Heiligen Abendmahls, dem Schlussgebet und -segen beendete der Bezirksapostelhelfer den Gottesdienst. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen des Orchesters und des Chores, der aus Sängerinnen und Sängern der vier anwesenden Gemeinden gebildet wurde. Die Predigt von Bezirksapostelhelfer Mkhwanazi wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Diese Aufgabe übernahm Priester Gunter Krei, Gemeindevorsteher von Schwalbach.
Nach dem Gottesdienst waren alle Anwesenden eingeladen, den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Im Gemeinschaftsraum wartete ein kleines, liebevoll vorbereitetes Buffet. Bei angeregten Gesprächen und einer fröhlichen Atmosphäre fand der Abend mit Bezirksapostelhelfer Mkhwanazi einen schönen Abschluss.
Mandla Patrick Mkhwanazi
Mandla Patrick Mkhwanazi wurde am 2.12.1963 geboren. Er berichtete, dass er die Neuapostolische Kirche über eine Nachbarin kennenlernte und in ihr 1990 getauft und aufgenommen wurde. Seit 1992 ist er als Amtsträger aktiv. Von 2012 bis 2016 wirkte er als Bezirksapostel der damaligen Gebietskirche Südost-Afrika. Seit der Fusionierung der bis dahin eigenständigen Gebietskirchen Cape und Südost-Afrika zur neuen Gebietskirche Afrika-Süd wirkt er als Bezirksapostelhelfer an der Seite von Bezirksapostel Peter Lambert.
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